Die Frage taucht in fast jedem Automatisierungsprojekt im Mittelstand auf: Reicht ein No-Code-Tool wie Make, oder braucht es n8n mit eigener Logik? Und wann lohnt sich überhaupt eine echte Eigenentwicklung? Wer hier falsch entscheidet, zahlt selten nur einmal. Erst beim Aufbau, ein zweites Mal bei der Migration, wenn das gewählte Werkzeug an seine Grenzen stößt und der halbfertige Prozess auf ein anderes System umziehen muss.
Dieser Artikel ordnet die drei Wege nüchtern ein: mit nachprüfbaren Kosten, den Grenzen, die in der Praxis wirklich wehtun, einer Entscheidungsmatrix für Ihren eigenen Anwendungsfall und einem konkreten Rechenbeispiel zum Kostenumschwung. Vorweg, weil es ehrlich ist: Es gibt keinen pauschalen Gewinner. Die richtige Antwort hängt von Volumen, Datensensibilität, vorhandenem Know-how und der erwarteten Lebensdauer des Prozesses ab. Genau diese vier Stellschrauben arbeiten wir heraus.
Hinweis zu den Preisen: Wir nennen Beträge in Euro und kennzeichnen sie mit „ca.“. Make weist international teilweise in US-Dollar aus, die Anbieter passen ihre Tarife regelmäßig an. Die Größenordnungen und vor allem die Abrechnungslogik sind stabil und für die Entscheidung das Wesentliche.
Die drei Optionen im Überblick
Bevor wir vergleichen, lohnt eine saubere Abgrenzung. Die drei Ansätze unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern grundlegend in ihrer Philosophie, und damit in den Fragen, die Sie sich vorher stellen sollten.
Make: No-Code für schnelle Integrationen
Make (früher Integromat) ist ein visuelles No-Code-Werkzeug. Sie verbinden vorgefertigte Bausteine, sogenannte Module, per Drag-and-Drop zu einem Szenario. Daten fließen sichtbar von links nach rechts durch das Diagramm. Make bringt über 2.000 fertige App-Anbindungen mit, von HubSpot über Google Workspace bis zu Buchhaltungs- und CRM-Tools. Es läuft ausschließlich als Cloud-Dienst; Sie betreiben keine eigene Infrastruktur.
Stärke: Einstieg ohne Programmierkenntnisse, sichtbare Ergebnisse oft innerhalb eines Tages bei Standard-Integrationen. Schwäche: Bei verzweigter Logik, dynamischen Eingaben und intensivem Debugging wird die Oberfläche schnell unübersichtlich, und die Kosten steigen mit jedem einzelnen Modullauf.
n8n: Low-Code mit Self-Hosting-Option
n8n ist ebenfalls ein visueller Workflow-Builder, positioniert sich aber als Low-Code-Plattform für technisch versierte Teams. An jedem Schritt können Sie eigenes JavaScript oder Python einklinken. Der entscheidende Unterschied: n8n lässt sich selbst hosten, also auf Ihrem eigenen Server oder in Ihrer eigenen Cloud betreiben. Damit behalten Sie die volle Kontrolle über die Daten und sind nicht an die Preislogik eines Cloud-Anbieters gebunden. Alternativ gibt es eine fertig gehostete n8n-Cloud.
Stärke: Flexibilität, Datensouveränität, beim Self-Hosting praktisch unbegrenzte Ausführungen, starke native KI-Bausteine. Schwäche: Sie brauchen jemanden, der den Betrieb verantwortet, und etwas technisches Verständnis, sobald die Workflows komplexer werden.
Eigenentwicklung: maßgeschneiderter Code
Die Eigenentwicklung bedeutet, den Prozess als echte Software abzubilden, etwa als Service in Python oder TypeScript, mit eigener Datenbank, automatisierten Tests und Deployment-Pipeline. Kein Baukasten, sondern ein exakt auf Ihren Prozess zugeschnittenes Programm.
Stärke: keine Plattformgrenzen, keine laufenden Lizenz- oder Operationskosten, beliebige Komplexität, tiefe Integration in bestehende Systeme. Schwäche: höhere Anfangsinvestition und die dauerhafte Verantwortung, den Code zu pflegen, abzusichern und weiterzuentwickeln.
Was die Optionen wirklich kosten
Bei den Kosten lohnt ein genauer Blick, denn die Preismodelle von Make und n8n sind grundverschieden, und beide haben Fallstricke, die in keinem Verkaufsgespräch vorkommen.
Make: Abrechnung pro Modullauf
Make rechnet pro Operation ab, seit dem 27. August 2025 unter dem Begriff „Credits“. Die Logik bleibt dieselbe: Jeder einzelne Modullauf innerhalb eines Szenarios kostet eine Operation. Ein Workflow mit zehn Modulen, der hundertmal am Tag läuft, verbraucht also 1.000 Operationen täglich, rund 30.000 im Monat. Bei KI-Modulen kann der Verbrauch zusätzlich abweichen.
| Make-Tarif | Operationen/Monat | Preis (ca., jährl. Abrechnung) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Free | 1.000 | 0 € | Erste Tests, 2 aktive Szenarien |
| Core | ab 10.000 | ca. 9 €/Monat | Einzelne Standard-Automatisierungen |
| Pro | ab 10.000 | ca. 16 €/Monat | Mehrere Workflows, Priorität, Log-Suche |
| Teams | ab 10.000 | ca. 29 €/Nutzer/Monat | Teams mit Rollen und geteilten Vorlagen |
| Enterprise | individuell | auf Anfrage | Hohe Volumen, SLA |
Zwei versteckte Kostentreiber: Erstens das Pro-Nutzer-Modell im Teams-Tarif. Bei zehn Mitarbeitenden, die Szenarien bearbeiten oder debuggen sollen, liegen Sie bei rund 290 € im Monat, bevor auch nur eine Operation verbraucht ist. Zweitens die Nachkauf-Logik: Seit November 2025 tragen zusätzlich gebuchte Operations-Pakete einen Aufschlag von rund 25 Prozent gegenüber den im Tarif enthaltenen Credits. Wer regelmäßig über sein Kontingent läuft, zahlt also nicht linear, sondern mit Strafzuschlag.
n8n: Abrechnung pro Workflow-Ausführung
n8n rechnet in der Cloud-Variante nicht pro Schritt, sondern pro Ausführung des gesamten Workflows ab. Ein Durchlauf mit 3 oder mit 30 Schritten zählt gleich, nämlich als eine Ausführung. Das macht n8n bei komplexen, mehrstufigen Workflows strukturell günstiger als Make.
| n8n-Variante | Ausführungen/Monat | Preis (ca.) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Cloud Starter | 2.500 | ca. 24 €/Monat | Einstieg, gehostet bei n8n |
| Cloud Pro | 10.000 | ca. 60 €/Monat | Mehr Volumen, mehr Nutzer, Verlauf |
| Cloud Business | 40.000 | ca. 800 €/Monat | Hohe Volumen, erweiterte Features |
| Self-Hosted | unbegrenzt | 0 € Lizenz | Eigene Infrastruktur, volle Kontrolle |
Auch hier lauern Fallen. Drei davon übersieht fast jeder beim Start:
- Polling frisst Kontingent. Ein Workflow, der jede Minute das Postfach prüft, ob etwas Neues da ist, verbraucht rund 43.000 Ausführungen im Monat. Das 2.500er-Kontingent des Starter-Tarifs ist so in rund vier Tagen leer, ganz ohne fachlichen Nutzen. Die Lösung sind Webhooks statt Polling, oder Self-Hosting.
- Testläufe und Wiederholungen zählen mit. Manuelle Testausführungen auf der Arbeitsfläche und automatische Fehler-Wiederholungen (Retries) gehen in der Cloud ebenfalls auf Ihr Kontingent. Eine fehleranfällige Integration kostet damit doppelt: einmal Nerven, einmal Ausführungen.
- Der Sprung von Pro auf Business ist steil. Wer über 10.000 Ausführungen hinauswächst, springt von ca. 60 € auf ca. 800 € im Monat. Zusätzliche Ausführungspakete sind teuer; ein Block von 300.000 Extra-Ausführungen liegt im Bereich von rund 4.000 €. Spätestens hier wird Self-Hosting oder Eigenentwicklung wirtschaftlich interessant.
Self-Hosting ist nicht gratis
Die Lizenz von n8n ist beim Self-Hosting für die interne Nutzung kostenlos, der Betrieb aber nicht. Eine seriös betriebene Produktivumgebung mit Server, Datenbank, Backups, Monitoring, regelmäßigen Updates und Absicherung verursacht in der Praxis schnell Kosten jenseits von 200 € im Monat, eingerechnet die Betreuungszeit. Wer das ausblendet, erlebt die böse Überraschung beim ersten Ausfall, beim ersten Sicherheitsupdate oder wenn niemand weiß, warum der Workflow nachts stehen geblieben ist. Günstige Managed-Angebote für n8n gibt es ab wenigen Euro im Monat, dann allerdings ohne den vollen Souveränitätsvorteil.
Eigenentwicklung: hohe Anfangskosten, niedrige Laufzeitkosten
Eine Eigenentwicklung erfordert je nach Umfang einen vier- bis fünfstelligen Betrag in der Erstellung. Dafür entfallen Lizenz- und Operationskosten vollständig; die laufenden Kosten beschränken sich auf Hosting und Wartung. Bei hohem Transaktionsvolumen oder sehr langer Laufzeit eines Prozesses kann eigener Code dadurch günstiger sein als jedes Abo. Die Faustregel: Je höher das Volumen und je länger die Lebensdauer, desto eher rechnet sich die Eigenentwicklung.
Ein Rechenbeispiel zum Kostenumschwung
Theorie wird greifbar, wenn man rechnet. Angenommen, ein Prozess läuft 5.000-mal am Tag, also etwa 150.000-mal im Monat, mit zehn Schritten pro Durchlauf:
- Make verbraucht hier rund 1,5 Mio. Operationen monatlich. Das ist weit jenseits der Standardtarife und landet im Enterprise-Bereich, realistisch ein vierstelliger Monatsbetrag.
- n8n Cloud zählt nur 150.000 Ausführungen, liegt damit oberhalb des Business-Tarifs und benötigt teure Zusatzpakete, ebenfalls schnell mehrere Hundert bis über tausend Euro im Monat.
- n8n self-hosted bewegt sich bei sauberem Betrieb im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat, unabhängig vom Volumen.
- Eine Eigenentwicklung kostet vielleicht 15.000 € einmalig plus rund 150 € Hosting im Monat. Über drei Jahre gerechnet schlägt sie jede Cloud-Abrechnung bei diesem Volumen deutlich.
Die Botschaft ist nicht „Eigenentwicklung gewinnt“. Die Botschaft ist: Ab einem bestimmten Volumen kippt die Wirtschaftlichkeit, und zwar nicht linear, sondern sprunghaft. Wer dieses Kippen nicht einplant, finanziert über Jahre ein Abo, das ein einmaliges Projekt längst abgelöst hätte.
Der lizenzrechtliche Punkt bei n8n, den viele übersehen
n8n steht unter der Sustainable Use License, einer sogenannten fair-code-Lizenz. Das ist nicht dasselbe wie klassisches Open Source. Für den Mittelstand sind drei Punkte entscheidend:
- Interne Nutzung ist frei. Sie dürfen selbst gehostetes n8n für Ihre eigenen internen Geschäftsprozesse unbegrenzt und kostenlos nutzen, modifizieren und betreiben.
- Beratung und Workflow-Bau für Kunden sind ausdrücklich erlaubt. n8n hat diese Beschränkung bewusst aufgehoben: Dienstleister dürfen n8n-Workflows oder eigene Nodes für Kunden bauen, ohne eine gesonderte Lizenzvereinbarung.
- Weiterverkauf als Service ist lizenzpflichtig. Wer n8n in ein eigenes SaaS-Produkt einbettet, es als gehosteten Service an Kunden weiterverkauft oder externe Nutzer eigenständig Workflows auslösen lässt, braucht eine kommerzielle Lizenz beziehungsweise Embed-Lizenz.
Für die meisten KMU, die n8n rein intern einsetzen, ist das unkritisch. Sobald Sie aber planen, eine Automatisierung Ihren eigenen Kunden als Produkt oder gehosteten Dienst anzubieten, gehört die Lizenzfrage vor den Projektstart, nicht danach. Eine nachträgliche Klärung ist im Zweifel teuer.
Datensouveränität und DSGVO
Für viele Mittelständler ist nicht der Preis das entscheidende Kriterium, sondern die Frage, wo die Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Hier unterscheiden sich die Optionen deutlich: Make ist ein reiner Cloud-Dienst, n8n und Eigenentwicklung lassen sich vollständig in der eigenen Infrastruktur betreiben.
Die Bandbreite reicht von Multi-Tenant-SaaS, bei dem Sie sich Infrastruktur mit anderen teilen, über dedizierte Instanzen beim Anbieter bis zum vollständigen Self-Hosting im eigenen Rechenzentrum mit maximaler Isolation. Je sensibler die Daten, etwa Personaldaten, Gesundheitsdaten oder Geschäftsgeheimnisse, desto eher tendiert die Entscheidung Richtung Self-Hosting oder Eigenentwicklung. Bei On-Premise-Betrieb bleibt die Infrastruktur unter Ihrer direkten Kontrolle, und kein ausländischer Anbieter unter fremder Jurisdiktion greift auf die Daten zu, was die rechtliche Klarheit erhöht.
Wichtig zur Einordnung, damit kein Reflex entsteht: Datenresidenz allein erzwingt kein Self-Hosting. Auch SaaS-Anbieter mit EU-Rechenzentren und einem passenden Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) können DSGVO-konform sein. Self-Hosting ist die richtige Wahl, wenn echte Kontrolle und Unabhängigkeit von Drittstaaten-Jurisdiktionen gefordert sind, nicht als Standardannahme für jeden Prozess. Die Frage lautet also nicht „Cloud oder nicht“, sondern „Welche Schutzklasse braucht genau dieser Datensatz?“.
Die Entscheidungsmatrix
Statt einer pauschalen Empfehlung hilft eine Zuordnung anhand der Faktoren, die wirklich zählen.
| Kriterium | Make | n8n | Eigenentwicklung |
|---|---|---|---|
| Technisches Know-how nötig | gering | mittel | hoch |
| Anfangsaufwand | niedrig | niedrig bis mittel | hoch |
| Laufende Kosten bei hohem Volumen | hoch | niedrig (self-hosted) | sehr niedrig |
| Datensouveränität | begrenzt (Cloud) | voll (self-hosted) | voll |
| Komplexe, individuelle Logik | begrenzt | gut | unbegrenzt |
| Geschwindigkeit bis zum Ergebnis | sehr schnell | schnell | langsam |
| Wartungsaufwand | minimal | mittel | laufend |
| Bindung / Migrationskosten | hoch | mittel | gering (eigener Code) |
Konkrete Empfehlungen nach Szenario
- Make ist die richtige Wahl, wenn ein nicht-technisches Team Standard-Apps verbinden will, das Volumen überschaubar ist und Geschwindigkeit zählt. Beispiel: einen Lead aus einem Formular automatisch ins CRM und in eine Slack-Benachrichtigung überführen.
- n8n self-hosted ist ideal, wenn Datensouveränität wichtig ist, das Volumen wächst, individuelle Logik gebraucht wird und jemand den Betrieb verantworten kann. Beispiel: dokumentenbasierte Prozesse mit KI-Auswertung, deren interne Daten nicht in fremde Clouds gelangen sollen.
- Eigenentwicklung lohnt, wenn der Prozess geschäftskritisch ist, sehr hohes Volumen hat, tief in bestehende Systeme eingreift oder so speziell ist, dass kein Baukasten ihn sauber abbildet. Beispiel: eine Preis- oder Verfügbarkeitslogik, die Echtzeitdaten aus mehreren internen Systemen kombiniert.
Übrigens gilt dieselbe Logik für vergleichbare Werkzeuge wie Zapier oder Power Automate: Cloud-Komfort gegen laufende, volumenabhängige Kosten und Plattformbindung. Die Namen ändern sich, die vier Stellschrauben bleiben.
Ein pragmatischer Stufenplan
In der Praxis bewährt sich ein gestufter Ansatz statt einer einmaligen Grundsatzentscheidung. Beginnen Sie mit dem leichtgewichtigsten Werkzeug, das den Prozess abbildet, und steigern Sie nur dort, wo es nötig wird.
- Prototyp: Bilden Sie den Prozess zunächst in Make oder n8n Cloud ab, um zu prüfen, ob er fachlich trägt und wirklich genutzt wird. Hier zählt Lerngeschwindigkeit, nicht Perfektion.
- Konsolidierung: Wird der Prozess produktiv und steigen Volumen oder Datensensibilität, wechseln Sie auf self-hosted n8n. So bekommen Sie Kosten und Daten unter Kontrolle, ohne gleich Software zu schreiben.
- Individualisierung: Erst wenn der Prozess an die Grenzen des Baukastens stößt, etwa bei sehr hoher Last oder tiefer Systemintegration, lohnt der Schritt zur Eigenentwicklung der kritischen Komponenten.
Dieser Weg vermeidet die drei häufigsten Fehler: monatelang an einer Eigenentwicklung zu bauen, die ein No-Code-Tool in Tagen geleistet hätte; einen geschäftskritischen Prozess dauerhaft an ein Abo-Tool zu binden, das mit dem Volumen unverhältnismäßig teuer wird; und einen Prozess produktiv zu schalten, der nie ausreichend genutzt wird, um die Investition zu rechtfertigen.
Häufige Fragen
Ist n8n wirklich kostenlos?
Die Lizenz für die selbst gehostete Variante ist für die interne Geschäftsnutzung kostenlos. Der Betrieb verursacht aber reale Kosten für Server, Wartung und Absicherung, in der Praxis oft über 200 € im Monat bei einer sauber betriebenen Produktivumgebung. Die n8n-Cloud-Tarife beginnen bei rund 24 € im Monat. Kostenlos im Sinne von „ganz ohne Aufwand“ ist keine der Varianten.
Warum ist Make manchmal teurer als n8n?
Make rechnet pro Modullauf ab, n8n Cloud pro Workflow-Ausführung. Ein Workflow mit vielen Schritten verbraucht bei Make mit jedem Lauf entsprechend viele Operationen; bei n8n zählt der ganze Durchlauf nur als eine Ausführung. Bei komplexen, mehrstufigen Automatisierungen mit hohem Volumen kann Make dadurch deutlich teurer werden, zumal Nachkauf-Pakete seit November 2025 einen Aufschlag tragen.
Wann lohnt sich eine Eigenentwicklung gegenüber einem Tool?
Sobald der Prozess geschäftskritisch ist, sehr hohes Volumen hat, tief in bestehende Systeme eingreift oder so individuell ist, dass ein Baukasten ihn nur mit Umwegen abbildet. Faustregel: Je länger die Lebensdauer und je höher das Volumen, desto eher amortisiert sich der höhere Anfangsaufwand durch wegfallende Lizenz- und Operationskosten. Bei sehr hohem Volumen kann sich der Umstieg schon innerhalb eines Jahres rechnen.
Kann ich später von Make auf n8n oder Eigenentwicklung wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich, aber mit Aufwand verbunden, da Workflows nicht eins zu eins übertragbar sind und neu nachgebaut werden müssen. Genau deshalb ist es sinnvoll, vor dem Start die voraussichtliche Entwicklung von Volumen und Anforderungen einzuschätzen und einen Stufenplan zu wählen, statt sich früh fest zu binden.
Darf ich n8n nutzen, um Automatisierung an meine Kunden zu verkaufen?
Workflows für Kunden zu bauen und Beratung anzubieten ist ausdrücklich erlaubt. Sobald Sie n8n jedoch in ein eigenes Produkt einbetten, als gehosteten Service weiterverkaufen oder externe Nutzer eigenständig Workflows auslösen lassen, brauchen Sie eine kommerzielle Lizenz beziehungsweise Embed-Lizenz. Diese Frage gehört vor den Projektstart geklärt.
Welche Option ist DSGVO-konform?
Alle drei können DSGVO-konform betrieben werden. Self-Hosting von n8n und die Eigenentwicklung bieten die höchste Datensouveränität, da die Daten Ihre Infrastruktur nicht verlassen. Cloud-Dienste wie Make können bei EU-Rechenzentren und einem passenden Auftragsverarbeitungsvertrag ebenfalls konform sein. Bei besonders sensiblen Daten ist Self-Hosting die robustere Wahl.
Fazit
Make, n8n und Eigenentwicklung sind keine konkurrierenden Glaubensrichtungen, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Reifegrade eines Prozesses. Make punktet bei Tempo und Einfachheit, n8n bei Souveränität und Flexibilität, die Eigenentwicklung bei Tiefe und langfristiger Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die ehrliche Einschätzung von vier Größen: Volumen, Datensensibilität, vorhandenes Know-how und Lebensdauer des Prozesses. Wer diese vier kennt, trifft die Entscheidung fast von selbst.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrem konkreten Prozess passt, bevor Sie Zeit und Budget binden: In einem kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihren Anwendungsfall anhand genau dieser vier Größen ein und zeigen Ihnen den wirtschaftlich sinnvollsten Weg, ohne Verkaufsdruck und ohne Tool-Dogma.